Linke-SDS Greifswald

Castor Reloaded

Freitag 25. Februar 2011 von Claudia Sprengel

von T. Koralus

Erwartet wurde er mit Schrecken: Der nächste Castortransport mit verglaster Atomsuppe aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe. Ab dem 15.02. war es soweit. Wieder wurde radioaktive Fracht kilometerweit durchs Land gefahren. Geschützt von bundesweit ca. 8600 Beamten der Landes- und der Bundespolizei. Die Linke SDS & Linksjugend [‘solid] beteiligte sich wieder mit einer Mahnwache in Stilow im Anti AtomBündnis NordOst. Vielfache Medienaufmerksamkeit gewann die Gruppe aus Greifswald durch ein Schauspiel, in welchem symbolisch Fr. Merkel mit der Atomlobby vermählt wurde.

„Bis das der letzte Euro euch scheidet“. So die Worte des Pastors. Doch sind wir uns einig, dass auf Worte auch Taten folgen mussten. So waren auch einige Mitglieder bei dem Versuch dabei, die Gleise zu blockieren. Einer der Aktivisten berichtete von teils unverhältnismäßigem Einsatz der Gewalt seitens der Polizei. Laut seinen Aussagen, wurde bereits die Mahnwache, von der die Blockade starten sollte, gekesselt, bevor überhaupt was geschehen konnte. Er konnte jedoch mit einer 20 Personen starken Gruppe die Kesselung durchbrechen und sich mit immerhin 16 weiteren Personen bis auf die Gleise durchschlagen. „Dabei wurden wir von den Angst- und Schmerzensschreien anderer Aktivisten begleitet – wenn man das hört läuft‘s einem eiskalt den Rücken herunter.“ Er meint damit die Kesselung einer weiteren durchgebrochenen Gruppe, die durch massiven Gewalteinsatz seitens der Beamten an ihrem Vorhaben gehindert wurde.

Die erfolgreiche Blockade seiner Gruppe band derweil so einige Polizeikräfte (die sich „allesamt angemessen verhielten“)…so das weitere Gruppen an der gesamten Strecke ihr Glück versuchten. Letztendlich konnten seitens des AABNO 6 Blockaden errichtet werden. Erst kurz vor Eintreffen des Castors wurde mit der Räumung begonnen. Der Castor erreichte sein Ziel erst mit 4 Stunden Verspätung. Die Ortsgruppe Greifswald möchte sich bei Steffen Bockhahn, Lars Bergemann und Daniel Staufenbiel für die psychologische Unterstützung in der Mahnwache sowie bei der Blockade bedanken. Sehr große Unterstützung erfuhren wir durch die Bürger von Stilow, von denen wir hoffen, dass sie uns auch demnächst wieder eine Mahnwache in ihrem Dorf errichten lassen. Jedoch herrscht in der Gruppe der Konsens: Ohne Mignon Schwenke wäre die Mahnwache ein Reinfall gewesen. Sie hat uns materiell schon in der Vorbereitungsphase unterstützt, und war immer zur Stelle, wenn es irgendwo brannte. Egal, ob es um Materialen, Fahrdienste oder einfach mal ein aufmunterndes Wort ging, sie war für uns da. Dankeschön.


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